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Der Begriff
"abujok" ergibt 13 Treffer.
Abgesehen davon, dass man den Namen "24 Stunden-Tag Brücke" wirklich schwerfällig herausbekommt (und ich Ihren Vorschlag nicht wirklich ernst nehme), finde ich Ihre Erklärung und Ihr Plädoyer zu politisch und hier völlig fehl am Platze.
Wenn diese Brücke gebaut würde, was ich persönlich nicht hoffe, sollte sie aber einen Namen bekommen, den die Hamburger mit Freude und etwas Stolz nennen könnten.
Zur Findung eines guten Namens sollte man zunächst darüber grübeln, was er denn ausdrücken soll.
Er soll wohl nicht ausdrücken, dass die Brücke ein Symbol der reichen Schickaria ist. Auch sollte der Eindruck vermieden werden, die Brücke sei nur für ausländische Geschäftsleute gebaut. Für wen ist sie?
Ich hoffe für jeden.
Sie soll doch verbinden, sie soll aber auch bewohnt sein und ein Magnet für Konsumenten wie für Touristen.
Da mir kein Begriff für alle diese Eigenschaften einfällt, sollte man überlegen einen würdigen Namensgeber zu finden, der bekannt genug ist um diese Botschaft durch seinen Namen zu transportieren.
Wenn mir einer einfällt sage ich bescheid.
Die Frage die sich mir stellt ist, was eigentlich in erster Linie mit dem Bau dieser Brücke erreicht werden soll?
Steht die Verbindung zweier Ufer im Vordergrund und man versucht nebenbei die Brückenkostruktion als Wohnraumgewinnung zu nutzen?
Oder will man gewinnträchtige neue Wohn- und Ladenimmobillien für die Wohlstandsschicht und liefert die Verbindung nur als Beschwichtigungsargument?
Anne,
welchen größeren Charme hat denn das Englische für Dich? Es gibt viele Menschen, die meinen, dass die französische und die spanische Sprache einen deutlich schöneren Klang haben (und Spanisch ist übrigens rein zahlenmäßig die Weltsprache Nr.1), als die anderen europäischen Sprachen. Meinst Du nicht, dass Du befangen bist und gar nicht richtig objektiv, weil Du von klein auf einer regelrechten Dauerdusche englischer Sprache ausgesetzt bist? Sicher findest Du dass englische Musik schöner klingt und es ist auch deshalb angenehm, weil Du auch einiges vom Text verstehst. Das ist der Unterschied zu anderen fremden Sprachen, versteht mann sie nicht, stoßen sie einen instinktiv ab. Sonst würdest Du vielleicht Französisch favorisieren. Ich gebe Dir recht, dass manche Dinge, die wir nur unter einem kurzen englischen Namen kennengelernt haben, scheinbar nicht anders heißen können. Jeder weiß was man unter "outdoor" versteht und das lässt sich wirklich nur schwer adäquat eindeutschen. Wieso aber ist "chillen" angenehmer als "entspannen" oder "abhängen"? Was ist der Unterschied?
Ist es nicht so, dass es bloß bequemer ist den englischen Begriff von jemandem zu übernehmen, als sich etwas eigenes auszudenken? Meinst Du die meisten Mädchen wären glücklich immer nur Einheitsklamotten von der Stange zu tragen? Sie suchen für gewöhnlich neue Sachen, die sie von anderen unterscheiden, damit sie bemerkt werden in der Menge. Doch warum versuchen sie nicht auch sprachlich Unikate zu sein? Wäre es nicht "cooler" die Freunde mit selbstkreierten deutschen Begriffen zu schocken? Und Leute die bloß von anderen kopieren gibt es schon zu viele, da sind die Chinesen uns ohnehin voraus. Anpassung ist immer nur in Maßen gesund, wie alles andere auch. Wenn die Jugend das vergessen hat, dann bleibt die Menschheit stehen!
Kaept'n Svenson,
ich glaube nicht, dass die Anziehungskraft deutscher Städte auf ausländische Gäste darunter leiden würde, wenn man Dinge auf Deutsch und mit Umlauten benennt. Würden Sie Skandinavien noch attraktiver finden, kämen uns Deutschen die Skandinavier mit unseren Umlauten entgegen? Ausländer kommen wegen guter Geschäfte, wegen der interessanten Geschichte und Kultur oder wegen persönlicher Beziehungen nach Deutschland - nicht weil sie hier sprachlich besser klarkommen als anderswo. Unterschiede machen den Reiz und wecken das menschliche Interesse, gleiches langweilt und macht stumpfsinnig. Essen Sie doch mal für drei Monate immer dasselbe. Wohl bekomm's.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass Sie mich durchweg falsch verstehen. Sprache soll nicht zementiert werden, gegen sinnvolle Änderungen, auch der Grammatik, habe ich nichts. Aber es geht darum, ob, wie stark und mit welchen Motiven eine Sprache durch die Benutzer verändert wird. Ich habe die englischen Begriffe in der Computerwelt schon immer akzeptiert, da sie entscheidend von Amerika geprägt ist. Sei's drum. Aber unsere Sprache unbesorgt so lange mit englischen Begriffen zu durchsetzen, bis ein Ausländer es nicht mehr nötig hat etwas Deutsch zu lernen, die Deutschen aber es nötig haben Englisch zu können, um sich hier zurecht zu finden, ist das gleiche wie die sog. internationale Speisenkarte und das angepasste Freizeitprogramm in Touristenhochburgen. Alles dem Profit angepasst, individuellen Charme wegrationalisiert und verkauft. In nicht zu ferner Zukunft könnte es so kommen, dass Sie mit dem Flugzeug zwar in ein anderes Land reisen, beim Aussteigen den Unterschied aber nicht mehr bemerken. Es leben die Rationalisierung, die Synergieeffekte und die Standardisierung!
Wenn Sie diese Diskussion mit mir vielleicht auf Englisch führen wollen, ist mir das auch recht, nur falls Sie wieder denken sollten, dass ich einen Kreuzzug gegen das englische führe.
Lebendige Sprache ist allerdings nicht peinlich. Wenn Sie aber denken Sprache wäre so etwas wie ein lebendiges Wesen, welches sich selbst nach eigenem Gutdünken verändert, dann liegen Sie nicht nur falsch, sondern Sie negieren auch die Verantwortung derjenigen, die sie benutzen. Verstehen Sie nicht, dass die Sprecher, die Schreiber und die Denker die Sprache formen?
Und wieso sollte ich eine tiefsitzende Unsicherheit beherbergen? Ich habe meine Identität und ich werde sie nicht dadurch verlieren, dass andere um mich herum bereit sind ihre eigene wie Schuhe je nach Mode zu wechseln. Ich glaube bloß etwas sehen zu können, das Sie wohl nicht sehen, nämlich dass unter dem Schleier der sog. Globalisierung die Menschen meinen sich nicht nur in ihren Berufen, sondern auch in viel wesentlicheren Dingen, wie ihrer kulturellen Wurzeln, anpassen zu müssen. Und immer wird die Anpassung mit einer schonen, bunten Schicht "Spaß" verpackt.
Ein Beispiel. Wheinachten steht vor der Tür. Woran denken die meisten Menschen dabei zuerst? Vermutlich an den Weihnachtsmann. Viele wissen über den Weihnachtsmann nur wenig, aber es geht ja schließlich um den Spaß, oder nicht?
Haben Sie schon mal vom Christkind gehört?
Wenn sie wissen was das ist, gehören Sie schon zu einer Minderheit.
Was glauben Sie wohl könnte der Grund gewesen sein, dass der Weihnachtsmann das Christkind verdrängt hat?
Es war eine Marktstrategie!
"Santa Clause" war ursprünglich das pendant unseres Nikolauses und kam durch die Niederländer nach Amerika. Dort hat ein gewitzter Kaufhausbesitzer dessen Charme erkannt und vermarktet, was weltweite Nachahmung auslöste.
Wenn Sie einen Garten haben, können sie die Kulturpflanzen natürlich auch einfach von anderen Pflanzen überwuchern lassen, wenn es Ihnen gefällt. Das ist auch sehr bequem. Nun ist unsere Sprache aber eben kein privater Garten, sondern Allgemeingut, und das mindeste was ich erreichen möchte ist, den Gartenbenutzern zu zeigen, was in ihrem Garten passiert.
Wenn die "Amis" einen Rucksack benutzen, sind sie selbst schuld. Meiner Meinung nach gibt es einfach schon zu viele englische Begriffe, die sich nicht wieder rückgängig machen lassen. Mögen Sie viel Freude an englischen Wortschöpfungen haben und sich dabei vielleicht modern und Zeitnah fühlen, ich tue dies eben in meiner deutschen Muttersprache.
Tja, ich muss gestehen, dass ich selbst noch keinen Einfall für einen schönen Namen hatte. Ich hoffe, dass "living bridge" ohnehin nur der Name des Projektes sein wird, die Brücke aber einen Namen wie andere Brücken auch bekommt. Mir gefällt es, wenn mit solchen Monumenten Menschen geehrt werden, die Ehrung verdient haben. Vielleicht jemand, der in der Weltpolitik "dem Frieden Brücken" gebaut hat? Wenn die Brücke überhaupt gebaut wird, und wenn Ihr letzter Entwurf tatsächlich durch dieses Forum beeinflusst wird, dann könnte sie z.B. auch "Bürgerbrücke" heißen.
Kommentar zu: "Ja wo lebt ihr denn?"
Ich lebe leider in einem Land, dessen Bewohner nicht mehr Willens oder im Stande sind ihre eigene Kultur überhaupt noch wahrzunehmenm, geschweige denn sie zu schützen oder sie ohne kopieren selbst weiterzuentwickeln. Warum finden Sie, dass man es einfach akzeptieren muss wenn mächtige Konzerne uns vorzuschreiben versuchen, wie wir leben und denken sollen?
Aktive Vermarktung funktioniert in Deutschland sogar besser auf Deutsch, weil die Kunden noch immer deutsch denken. Wenn aber die Marktstrategen (kürzer und besser als "Marketingmanager")beim Gedanken an ihre zukünftigen Kunden nur die höchstverdienenden "global player" im Sinn haben, oder Jugendliche mit "MTV-Kultur", dann muss dabei natürlich englischgetränkte Werbung herauskommen.
Und dann halte ich diese Marktstrategen tatsächlich für "Fachidioten" ohne Weitblick und Verantwortungsgefühl.
Wir sind nicht allein und jede Handlung wirkt sich auch auf andere aus. Deshalb trägt derjenige, welcher mit seinen Handlungen viele Menschen beeinflusst, dementsprechend viel Verantwortung. Wie allerdings mit Verantwortung in Führungsetagen umgegangen wird, zeigen uns immer wieder satt abgefundene, gescheiterte Vorstände. Und das ist dann Unternehmenskultur.
Sie haben recht, dass "Handy" eine deutsche Erfindung ist, aber es ist ja ganz offensichtlich, dass ein Begriff gesucht wurde, der sich englisch anhören sollte, da sich sowas leider besser verkaufen lässt. Traurig aber wahr. Genausoeine Erfindung ist SMS. Übersetzung: "short message service". Kein normaler Amerikaner oder Engländer kennt das, weil Deutsche es erfunden haben. Peinlich.
Bin auf die falsche Taste abgerutscht.
Alles in allem passt die Zuwendung zu scheinbar bequemeren und scheinbar effizienteren englischen Begriffen zu den Klagen der Wirtschaft über immer schlechter werdende Bildung und zunehmende Verdummung der Bevölkerung. So sägt die Wirtschaft langfristig an ihrem eigenen Ast, ohne es zu merken, denn man kann nicht einerseits gebildeten und klugen Nachwuchs erwarten, wenn man andererseits bewusst die Konsumenten auf niedrigstem Niveau anspricht und bewirbt. Vielleicht ist die Wirtschaft sich nicht dessen bewusst wie sehr sie durch die Werbung und den Konsum Einfluss auf die Entwicklung der Menschen nimmt, aber das ist ein ganz anderes Thema.
Zum Kommentar "Sprachwissenschaft":
Dass jede Sprache Begriffe aus anderen Sprachen aufnimmt, ist wohl jedem klar und um Sprachpurismus geht es hier nicht. Es geht darum, dass bei der Suche nach einem neuen Namen oder Begriff die sogenannten "Kreativen" in Deutschland zuerst nach einem englischen Wort suchen. Sie mögen das weltoffen finden, aber warum nehmen wir dann keinen türkischen Namen? Es gibt sicher mehr türkische Muttersprachler in unserer Stadt, als englische. Das Problem ist, dass es immer auch um Geschäfte geht, und im sog. "business" weiß es jeder seit dem BWL-Studium, dass man nur mit der englischen Sprache gute Geschäfte machen kann. Und wer zeigen will, dass er das verstanden hat und diesem vorgegebenem Pfad auch brav folgt, der denkt sich englische Bezeichnungen aus, gleichgültig in welchem Sprachraum er sich befindet. Es mag sein, dass es leichter ist sich einen pseudoenglischen Nemen wie "handy" auszudenken, aber eigentlich ist das ein Armutszeugnis und zeigt nur, dass es eben immer nur um Effizienz und Profit geht. Vor der selbstgemachten Invasion englischer Begriffe haben sich die jungen Menschen in Deutschland eigene, deutsche Begriffe ausgedacht, was man früher Jugendsprache nannte. Heute sagt man "slang" und übernimmt aus Gründen der weltoffenen Anpassung und Selbstaufpolierung einfach den amerikanischen Begriff. Aber a
Sie haben vollkommen recht und Ihr Vorschlag ist wirklich gut. Es wird aber mehr nötig sein als ein paar fromme Wünsche.
Ich hoffe dass noch viel mehr Bürger, die sich über den Namen des Projektes ärgern, das hier auch thematisieren. Dann wird dieser Aspekt vielleicht auch so ernst genommen, wie er in Wirklichkeit ist.
Leider haben wohl die meisten Architekten eine Art technischen Tunnelblick, was sie alles andere, außer den technischen Aspekten und natürlich ihren Erfolg, vergessen lässt.
Natürlich kann und will ich niemandem das RECHT auf die Namensgebung verbieten, aber wohl deutlich machen, dass jeder Schritt in die Öffentlichkeit, besonders seit wir von Medien ins "Kreuzfeuer" genommen werden, etwas bewegt und beeinflusst. Für Menschen, die noch nicht gefestigt sind, wie Kinder und Jugendliche, oder Fremde, welche sich integrieren wollen, ist jede englische Bezeichnung, die Deutsche wie selbstverständlich gebrauchen, ein Mosaiksteinchen im Gesamtbild, an dem sie sich zu orientieren versuchen. Das funktioniert genauso automatisch wie kleine Kinder Schimpfworte und Gossensprache erlernen, nur mit dem Unterschied, dass sie früher wenigstens aus der eigenen Sprache selbst erfunden wurden. Heute bastelt man einfach ein paar Brocken englischer Vokabeln zusammen und versucht damit zu brillieren, doch zeigt man in Wahrheit damit nur seine Zweitklassigkeit.
Natürlich ist es etwas an den Haaren herbeigezogen, aber meiner Meinung nach gehen der Schwund von technischer Qualität (auf Grund von Kostendruck, Gier und fehlendem beruflichem Ehrgefühl) und deutschsprachiger Ausdruckfähigkeit (z.B. bei Firmennamen) im Gleichschritt nebeneinander her. Natürlich kann ein englisch bezeichnetes Produkt besser sein als ein deutsches, aber wenn es aus Deutschland kommt, dann wirkt der englische Name schon wie eine Verschleierungstaktik.
Außerdem müssen Menschen, die in die Öffentlichkeit gehen oder öffentliche "Markierungen" hinterlassen, sich endlich bewusst werden, dass Sie mit ihrer Sprache und Ausdrucksweise mitbauen an unserer Gesamtkultur, an unserer Identität. Wollen Sie denn, dass es irgendwann nur noch den Standard-Weltbürger gibt? Drei Kleidergrößen, eine Weltsprache, weltweit einheitliche Feiertage, konfessionslos etc.? Jedes Signal spielt eine Rolle in der globalen Welt, die einen mehr, die anderen weniger. Ein riesiges Prunkobjekt wie diese Brücke aber, ist ein großes Signal, denn ihr Name wird täglich tausendfach ausgesprochen werden. Genau deshalb ist Sprache ein Machtinstrument in der Werbung, im Krieg, im Glauben und im alltäglichen Leben.
Es ist wahr, dass Hamburg aus geschichtlichen Gründen eine stärkere Beziehung zu England und der englischen Sprache hat, als die meisten anderen deutschen Städte, aber das zwingt niemanden, für die Minderheit von Ausländern und Touristen, die kein Deutsch verstehen, alles mögliche ausschließlich englisch zu betieteln, zumal viele Bezeichnungen deutsche Erfindungen sind und von keinem englischen Muttersprachler verstanden werden.
Warum soll die Brücke "living bridge" heißen? Warum muss es eine "Hafen-city" sein? Warum muss der stählerne Aussichtsturm dort "view-point" heißen?
Und warum wird in Berlin der Entwurf eines ausländischen Architekten zu einem würfelförmigen, weißen Museum rücksichtslos mit "white cube" übernommen? Wahrscheinlich ist es zu teuer sich einen schönen deutschen Namen auszudenken, Englisch ist sowieso kürzer, spricht sich leichter und schneller aus, klingt besser und lässt den Benutzer als globalen, modernen Menschen erscheinen. Außerdem wird der Eindruck von Vaterlandsliebe vermieden, ein Gefühl auf das unser Volk ja bekanntlich für alle Zeiten das Recht verloren hat.
Bitte lasst es nicht zu, dass wir uns wieder als rückgratlose, selbstverleumdnerische Bücklinge blamieren, die ihre eigene Identität und Kultur billig für kurzfristige Gewinne verkaufen!