Hilfe Über uns Spielregeln Das Projekt RSS/Feeds
Bitte keine "Living Bridge"!
von Ehlers 14.11.2007 | 16:05

Es würde ein irreversibler Fehler sein, die Norderelbe als fließenden Strom mit einem klobigen Bauwerk zu verunstalten.Allenfalls eine grazile Brückenkonstruktion - bitte kein postmodernes Monstrum - wäre akzeptabel. Als Vorbild Brücken aus anderen Epochen zu nennen finde ich anmaßend, wenn man den Entwurf sieht, der viel zu großteilig und grob ist. Auch stört mich, dass in der HafenCity alles englisch benannt ist. Wir sollten nicht vergessen, dass beispielsweise Touristen in Hamburg etwas Hamburgtypisches suchen. Die HafenCity gerät immer mehr in Gefahr ein gesichts- und seelenlose
r Austellungspark von ehrgeizigen Architekten und gewinnorientierten Investoren zu werden, die mit ihrem Baustil zur Anonymisierung der Städte beitragen. Die Architektur ist in einer Sackgasse, der postmoderne Stil - eine Fortführung des "Bauhaus-Historismus" - ist langweilig und kalt.







Kommentar
zu dunkles Szenarium
von Karl-Ludwig Diehl   |   14.11.2007 | 18:49

Da las ich:
"Es würde ein irreversibler Fehler sein, die Norderelbe als fließenden Strom mit einem klobigen Bauwerk zu verunstalten.Allenfalls eine grazile Brückenkonstruktion - bitte kein postmodernes Monstrum - wäre akzeptabel."

Grazil liest sich gut. Bitte eine Zeichnung dazu liefern! :-)

"Als Vorbild Brücken aus anderen Epochen zu nennen finde ich anmaßend, wenn man den Entwurf sieht, der viel zu großteilig und grob ist."

Der Teherani-Entwurf ist in der Tat der ungeeignete Weg zur Elbquerung. Er symbolisiert das Gegenteil einer Living Bridge. Und er hat wohl unsinnigerweise PKW-Verkehr als Vorgabe berücksichtigt. Der darf aber nicht sein. Die Brücke verkommt dann zur normalen Durchgangsstraße a la Ausfallstraße. Das kehrt alles auf den Kopf, was Living Bridge suggeriert: Wohnen, Flanieren, aber kein Autoverkehrdarf da sein!

"Auch stört mich, dass in der HafenCity alles englisch benannt ist. Wir sollten nicht vergessen, dass beispielsweise Touristen in Hamburg etwas Hamburgtypisches suchen."

Das "Englische" ist eigentlich das typische für Hamburg. Seltsamerweise.

"Die HafenCity gerät immer mehr in Gefahr ein gesichts- und seelenlose
r Austellungspark von ehrgeizigen Architekten und gewinnorientierten Investoren zu werden, die mit ihrem Baustil zur Anonymisierung der Städte beitragen. Die Architektur ist in einer Sackgasse, der postmoderne Stil - eine Fortführung des "Bauhaus-Historismus" - ist langweilig und kalt."

Diese Gefahr ist natürlich groß. Jedoch sind es ja die Architekten, die die Ideen zeichnen müssen. Was machen wir also, damit es anders wird: selbst zeichnen!
 Link

Mir hat's gefallen, was sich zeichnete.
K.L.Diehl
Englische Bezeichnungen
von abujok   |   15.11.2007 | 18:24
Es ist wahr, dass Hamburg aus geschichtlichen Gründen eine stärkere Beziehung zu England und der englischen Sprache hat, als die meisten anderen deutschen Städte, aber das zwingt niemanden, für die Minderheit von Ausländern und Touristen, die kein Deutsch verstehen, alles mögliche ausschließlich englisch zu betieteln, zumal viele Bezeichnungen deutsche Erfindungen sind und von keinem englischen Muttersprachler verstanden werden.
Warum soll die Brücke "living bridge" heißen? Warum muss es eine "Hafen-city" sein? Warum muss der stählerne Aussichtsturm dort "view-point" heißen?
Und warum wird in Berlin der Entwurf eines ausländischen Architekten zu einem würfelförmigen, weißen Museum rücksichtslos mit "white cube" übernommen? Wahrscheinlich ist es zu teuer sich einen schönen deutschen Namen auszudenken, Englisch ist sowieso kürzer, spricht sich leichter und schneller aus, klingt besser und lässt den Benutzer als globalen, modernen Menschen erscheinen. Außerdem wird der Eindruck von Vaterlandsliebe vermieden, ein Gefühl auf das unser Volk ja bekanntlich für alle Zeiten das Recht verloren hat.
Bitte lasst es nicht zu, dass wir uns wieder als rückgratlose, selbstverleumdnerische Bücklinge blamieren, die ihre eigene Identität und Kultur billig für kurzfristige Gewinne verkaufen!
Anleihen aus anderen Sprachen
von jonpro   |   15.11.2007 | 22:03
Auch wen dieses Thema von dem hier thematisierten Bauwerk abweicht, möchte ich doch zu Bedenken geben, dass die eine Sprache keinesfalls statisch sondern lebendig ist, der Austausch mit anderen Sprachen war immer vorhanden und wird auch hoffentlich erhalten bleiben.
Gerade aber in Hamburg hat dieser Austausch mit etlichen Sprachen Tradition, war doch Hamburg als Hafenstadt immer im regen Kontakt zu anderen Ländern. Und ist nur durch diesen Kontakt zu dem geworden, was es heute ist.
Daher sind auch viele Straßen- und Quartierbezeichnungen aus anderen Sprachen entlehnt
Details
von FritzHöger   |   15.11.2007 | 22:50
Wollte nur anmerken, dass die Livingbridge keine postmoderne Architektur ist. Und in der Hafencity befindet sich auch kein postmodernes Gebäude.
Irreversibel?
von Weltstadt Hamburg   |   16.11.2007 | 01:48
Ein Bauwerk ist schon per se kein 'irreversibler Fehler'. Die meisten fallen nach ein, zwei Jahrhunderten in sich zusammen, und zurückbauen lassen sie sich alle (wenn auch nicht immer auf ökonomisch sinnvolle Weise, siehe Hochbunker auf dem Heiligengeistfeld).

Auch vom Eiffelturm haben damals mit Sicherheit einige von einem irreversiblem Fehler gesprochen, wobei ich nicht meine, dass die Living Bridge dieselbe Klasse wie jener hat, aber Innovationen stoßen eben nicht immer auf ungeteilte Zustimmung; meistens ist das Gegenteil der Fall.
Stil?
von stadtarche   |   16.11.2007 | 10:43
Ich denke bei diesem Projekt geht es noch lange nicht um die Architektursprache, sondern um die Grundidee; Brücke über die Elbe, Wohnungen dort installiert und die Verkehre in den Untergrund.
@ Stadtarche
von Moderator   |   16.11.2007 | 11:16
Würden Sie das Projekt eine Brücke mit Wohneinheiten an dieser Stelle zu bauen grundsätzlich unterstützen oder halten Sie auch die grundsätzliche Ideen für fehlerhaft?

Bengt Feil
(Moderator)
da las ich...
von Karl-Ludwig Diehl   |   16.11.2007 | 16:54

Da las ich interessiert:
"Auch vom Eiffelturm haben damals mit Sicherheit einige von einem irreversiblem Fehler gesprochen, wobei ich nicht meine, dass die Living Bridge dieselbe Klasse wie jener hat, aber Innovationen stoßen eben nicht immer auf ungeteilte Zustimmung; meistens ist das Gegenteil der Fall."

Das mit dem Eiffel-Turm ist ein guter
Hinweis. Nur: Ist der Teherani-Entwurf
schon eine Innovation? Selbst die Idee
der Living Bridge ist uralt, und jetzt
gerade wieder modern.
Eine innovative lebenswerte Brücke wird
erst noch zu finden sein. Ideen bracht das
Land (Hamburg)....
K.L.Diehl


 Zurück zur Übersicht
Benutzername
Passwort
 
Liste aller Teilnehmer