Genosse Trend zieht sich die Laufschuhe an
Passt zufällig gerade zum Thema:
Wenn das, was der Spiegel hier
Link schreibt, wahr wird, können wir uns alle warm anziehen. Dann tritt das, was Trendforscher erst so gegen 2025 voraussagen, schon 2010 ein: Das Abflachen der Welthandels-Zuwachsraten.
Was das für den Hamburger Hafen bedeutet, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Was jedoch geklärt werden muß, ist die Frage: Wie kann Hamburg die Lücke füllen ? Droht uns ein zweites Schicksal Lüneburg ?
Welcher andere Sektor kann die weltweite Spitzenposition der Hamburger Hafenwirtschaft (No. 7 in der Welt) ersetzen, wenn diese wegbricht ? Versicherung ? Abgewandert nach Düsseldorf, München, Köln. TV + Film ? Abgewandert nach Köln und München. Medien + Print ? Abgewandert nach Berlin.
Naja, alles ein wenig übertrieben formuliert, aber Fakt ist: Kein anderer Sektor hat es in Hamburg bisher geschafft, den Rang des Hafens einzunehmen.
Hier setzt die Living Bridge ein: Ich sehe, dass Hamburg die Chance hat, ein europäisches, vielleicht weltweites Zentrum zukunftsweisender Architektur zu werden. Das ist kein Selbstgänger, das fällt nicht vom Himmel. Das muß man wollen. Und daran - so meine Sorge - scheint es hier zu mangeln. Am Willen, eine Chance zu ergreifen. Die man schon längst hätte ergreifen können (Lighthouse-Tower u.a.).
Hamburg hat die einmalige Chance, wirklich kühne Architektur zu verwirklichen, *ohne* seinen historischen Stadtkern zu gefährden. Es ist auch die Chance, die Traditionalisten mit den Fortschrittlichen zu versöhnen. Die Möglichkeit (Notwendigkeit), den Süden zu entwickeln ("Sprung über die Elbe") stellt genau diese Chance dar. Aber das geht eben nicht, wenn man so weiterbaut wie bisher oder sich nicht traut, auch mal in der Welt bisher Nichtdagewesenes zu erproben.
Weltgeltung kriegt man nicht geschenkt.
Don Zippo.
Kommentar
Don Zippo zitiert den SPIEGEL ("Ende der Globalisierung?")und schreibt:
"Dann tritt das, was Trendforscher erst so gegen 2025 voraussagen, schon 2010 ein: Das Abflachen der Welthandels-Zuwachsraten."
Ich meine, da muß man nicht erst warten, bis der Globalisierungs-Trend abflaut. Hamburgs Hafen wird auch so schon ernste Probleme bekommen, wenn der Tiefwasserhafen Cuxhaven an den Start geht (wann war das, 2011? Also morgen).
Sorge bereitet mir auch dieser neue Mega-Frachtflughafen, den die Chinesen in Parchim bauen, genau zwischen Hamburg und Berlin, auf dem flachen Land. Das wird den Verkehr über Hamburg bestimmt nicht fördern.
Vielleicht irre ich mich auch, wäre ich froh drüber.
Aber Abflauen oder nicht: Die Living Bridge könnte in jedem Fall ein eigenständiger attraktiver Anziehungspunkt in Hamburg sein.
Bettina Feldmann.
von
Andi | 11.12.2007 | 13:08
Hallo Frau Feldmann,
danke für den Hinweis auf den Tiefseehafen in Cuxhaven. Dieser dürfte aber eher den großen Terminals jenseits des alten Elbtunnels Konkurrenz machen, wo die ganz großen Container-Schiffe festmachen. NIcht aber die Multi-Purpuse-Terminals. Im Übrigen ist Qualität der Dienstleistung ein nicht zu vernachlässigender Standortfaktor. Wenn es Hamburg gelingt ein qualitativ hochwertiges Dienstleistungsangebot zu halten und auszubauen sowie eine Leistungsfähige Infrastruktur zu bieten, so wird auch der Standort Hamburg weiterhin für Verlader interessant bleiben. Und wie sieht die Realität aus: Das Süd-West-Terminal im Steinwerder Hafen bekommt gerade ein tieferes Hafenbecken, platzt aber ansonsten aus allen Näten. In diesem Gebiet herrscht ein chronischer Platzmangel, die Leistungsfähigen Unternehmen daran hindern, ihr Dienstleistungsangebot auszubauen.-Will man da nicht gegensteuern? Wo sind die freien, scheinbar nicht genutzten Flächen für kühne, "schicke" Bauprojekte?
Andi schreibt:
"...Tiefseehafen in Cuxhaven. Dieser dürfte aber eher den großen Terminals jenseits des alten Elbtunnels Konkurrenz machen,"
Na und? Das ist doch kein Grund zur Entwarnung. Dort ist auch Hamburg.
Also Sie meinen, weil die Multipurpose-Terminals im östlichen Hafenbereich weniger gefährdet sind, braucht man sich um die Cuxhavener Konkurrenz keine Gedanken zu machen?
Ich sehe Hamburg dagegen als Ganzes bedroht und von daher die Notwendigkeit, andere Zukunftsprojekte, wie Living Bridge, verstärkt anzugehen. Solange noch Leute da sind, die hier Geld für die Zukunft ausgeben wollen.
Bettina Feldmann.
von
Andi | 11.12.2007 | 13:51
Hallo Frau Feldmann,
Sie haben mich offensichtlich falsch verstanden. Mir geht es schon um den gesamten Hafen, in dem ich arbeite und in dem ich meine berufliche Zukunft sehe! Ich fordere vom Hamburger Senat, in den Ausbau einer leistungsfähigen Infrastruktur zu investieren und zwar im gesamten Hafenbereich. Dennoch entsteht bei mir hier der Eindruck, dass gerade dies nur halbherzig getan wird und man stattdessen eher über eine teilweise "Umnutzung" des Hafens nachdenkt. - Übrigens mit rein visionären Argumenten. Fakt ist hingegen, dass eine leistungsfähige Infrastruktur und bei gutem Dienstleistungsangebot, eben auch in Marktnischen, der Standort insgesamt für Reedereien und vorallem die Verlader attraktiv bleibt. Deshalb: Suchen Sie den Dialog mit den betroffenen Unternehmen! Denken Sie über eine sinnvolle Modernisierung der Infrastruktur der Gewerbeflächen im Hamburger Hafen nach. Vielleicht bleibt dann ja auch noch Platz für schicke Bauwerke, die gut mit Gewerbeflächen harmonieren!
Hallo Andi,
"Vielleicht bleibt dann ja auch noch Platz für schicke Bauwerke, die gut mit Gewerbeflächen harmonieren!"
Heißt das, die "schicke" LivingBridge würde nicht mit Gewerbeflächen harmonieren? Das verstehe ich nicht. Die Brücke geht über Wasser und die Brückenköpfe verbrauchen eigentlich nicht viel Land, oder?
Bettina Feldmann.
von
Andi | 11.12.2007 | 14:07
...das passt nicht unbedingt zusammen (Lärm- und Umweltbelastung). Der Hafen ist nicht gerade leise und "sauber" ist er auch nicht unbedingt. Aber ist das nicht generell ein Problem, wenn man Wohngegend mit Gewerbegebieten zusammenlegen will?
"Wohnen und Arbeiten ...das passt nicht unbedingt zusammen (Lärm- und Umweltbelastung)."
Hmm - ist damit nicht grundsätzlich das Senats-Projekt "Sprung über die Elbe" schon vom Ansatz gescheitert? Soweit ich weiß, ist doch jenseits der Elbe erst einmal Hafen = Gewerbegebiet.
Aber das zu diskutieren würde wahrscheinlich den Forums-Rahmen sprengen ...
Bettina.
von
Tami | 11.12.2007 | 15:01
ich finde, das ist eine recht wichtige frage, inwiefern sich hafenbetrieb und wohnungen (auf der brücke) verbinden lassen. soweit ich weiß, wird sowas im harburger binnenhafen ja auch versucht - wenngleich es dort ja keine wirklichen hafenbetrieb mehr gibt, sondern eher anderes gewerbe.
weiß jemand, wie sich das dort verträgt bzw. wie weit da die planungen vorangeschritten sind?
Don Zippo schrieb:
"Hier setzt die Living Bridge ein: Ich sehe, dass Hamburg die Chance hat, ein europäisches, vielleicht weltweites Zentrum zukunftsweisender Architektur zu werden. Das ist kein Selbstgänger, das fällt nicht vom Himmel. Das muß man wollen. Und daran - so meine Sorge - scheint es hier zu mangeln. Am Willen, eine Chance zu ergreifen."
Also, ich sehe den Willen zur Living
Bridge in Hamburg eigentlich sehr deutlich.
Das Problem an diesem lustigen Willen
ist jedoch ganz deutlich, er will schon
eine Living Bridge bevor diese beiden
Stadtgebiete unterhalb der Elbbrücken
qualifiziert sind. Und das geht nicht.
Es gibt zwar eine leitplanerische Idee,
diese hat sich jedoch noch kaum
manifestiert.
Diejenigen, die auf dem oberen Kleinen Grasbrook arbeiten, sehen den Verlust ihrer
Arbeitsplätze auf sich zukommen.
Denen muß jedoch durch eine sehr kon-
krete Planung verdeutlicht werden, wohin
ihre Gewerbe verlagert werden, was aus dem
jetzigen Gebiet ab wann werden soll, usw.
Die Living Bridge als Bindeglied macht
erst dann Sinn, wenn klar ist, wie diese
Flächen unterhalb der Elbbrücken umgebaut
werden. Die Grundsubstanz der Living
Bridge könnte für Baufahrzeuge genutzt
werden, wenn am Baakenhafen und auf der
gegenüberliegenden Seite des Kleinen Gras-
brook gebaut wird. Ab einem gewissen
Zeitpunkt wäre dann der Wohn-, Arbeits- und
Lebensraum auf der Brücke aufzubauen.
erst dann würde die L.B. vorhanden sein.
Da mir an Hochhausvierteln auf diesen
beiden Stadtflächen links und rechts der
elbe unterhalb der Elbbrücken liegt,
würde ich eine flexible Zonierung fest-
schreiben, die nach Auffüllung dieses
Baulandes automatisch in Gang gesetzt wird
und es zuläßt, daß niedrige Bauten dann
höher gebaut werden dürfen, wenn die Ge-
bäudeeigentümer dies für finanzierbar
halten.
Es würde dann links und rechts der Living
Bridge mit der Zeit ein Hochhausviertel
entstehen. Aus niedrigen Bauten würden
dann, nach einer Frist, Hochhäuser.
Nochmals: der Wille zur Living Bridge
ist in Hamburg deutlich erkennbar.
Erkennbar ist jedoch auch Unmut bei denen,
die meinen, es müsse ausschließlich die
BRT-Bridge sein, die zu bauen ist, weil
sie immer deutlicher spüren, daß diese
schräge Trassenführung wenig Sinn macht
und diese Art des Bauwerkes fehl am Platze
ist.
Man kann an der Art des Unmutes erkennen,
wie sehr sie daran leiden, daß dieser
BRT-Entwurf große Mängel aufweist.
K.L.Diehl
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